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10. Dezember 2021

Menschenrechte - Menschenpflichten

„Alle Menschen sind frei und gleich an Würde und Rechten geboren.“

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Artikel 1 der Allgemeinen Erklärung der Menschenrechte

Heute vor 73 Jahren haben 48 von 56 Mitgliedsstaaten der Vereinten Nationen in der Generalversammlung in Paris die „Allgemeine Erklärung der Menschenrechte“ unterzeichnet. Anlass waren die auch heute noch erschreckenden Ereignisse während des 2. Weltkrieges und die Gräueltaten der Anhänger und Mitläufer der skrupellosen Nationalsozialisten. Die Völker der Welt waren und blieben entsetzt und beschlossen: Nie wieder sollte es geschehen, dass ein Volk meint, es sei besser als die anderen und hätte mehr Rechte.    

Zielperspektive war: Es soll Rechte geben, die für alle gleich gelten. Unabhängig davon, woher ein Mensch kommt, was er glaubt oder was er politisch für richtig hält. Ob Frau oder Mann, Kind oder alter Mensch, mächtig oder einer der „kleinen Leute“, Menschen mit und ohne Handikap, egal welcher Hautfarbe, … jede Person soll die gleichen Grundrechte besitzen: Das Recht auf Freiheit und Gleichheit der Würde und des Wertes der menschlichen Person, das Recht auf ein Leben in Freiheit und Sicherheit ohne Furcht, das Recht auf menschliche und würdige Behandlung ohne Erniedrigung, Grausamkeit und Sklaverei, das Recht auf Gleichheit vor dem Gesetz und Schutz durch das Gesetz, das Recht auf Gewissens- und Glaubensfreiheit, ….

Heute wissen wir: Die Idee war und ist eine sehr gute! Aber umgesetzt ist sie leider noch lange nicht. Sie gehört in allen Verfassungen verankert. Sie gehört in die Köpfe und in die Herzen der Menschen. Überall muss sie wirken: bei dir und mir! Denn wir beide haben die gleichen Rechte.    

Die Idee, die hinter diesen Menschenrechten steckt, ist sehr alt. Schon im Alten Testament steht das Gebot, den Nächsten und den Fremden zu lieben. In unseren deutschen Bibelübersetzungen lesen wir das Gebot der Liebe: „Du sollst ihn lieben wie dich selbst“. In der jüdischen Tradition wird manchmal übersetzt: „Er ist wie du.“ Beide Übersetzungen sind möglich    .

Er ist Mensch wie du. Das sind Worte, die treffen. Die auch in Botschaften wie den Fasten-Hungertüchern zu gegenseitigem Respekt und Wertschätzung aufrufen: „Ich bin, weil du bist“ (2017/2018). Sie sagen: Du und ich, wir sind Teil eines wichtigen Beziehungsnetzes; wir brauchen einander - auch oder gerade weil wir sehr unterschiedlich sind. Ihr lebt anders als ich. Wir sind unterschiedlich geprägt. Ihr lebt in einer anderen Kultur als ich, vielleicht mit einer anderen Religion. Womöglich sind manche Länder auch miteinander verfeindet. Und doch haben wir etwas gemeinsam: Wir sind zuallererst Menschen. Zuallererst Gottes Geschöpfe. Wir sind alle Wesen, die Gott am Herzen liegen. Sprechen wir uns das einander nicht ab! Lassen wir einander an den individuellen Besonderheiten teilhaben und unermüdlich an Beziehungen auf Augenhöhe arbeiten. Gerade weil wir einander in manchem fremd und eine „bunte Gemeinschaft“ unterschiedlicher Individuen sind, von der wir manches noch nicht kennen, liegt so viel wertvolle Spannung in der Begegnung. Und: Wir müssen nicht in allem einer Meinung sein. Wir können über das Unterschiedliche friedlich miteinander streiten und ringen. Das lohnt sich gerade dann, wenn es um unsere  Menschenrechte geht. Um die gleichen Rechte für alle!

Die Allgemeine Erklärung der Menschenrechte hat keinen völkerrechtlich bindenden Status. Aber sie ist die zentrale Basis moderner Menschenrechtsgesetzgebung, die das Selbstverständnis der UN prägt.
In der Hoffnung und Zuversicht von adventlichem Licht wollen wir daran weiterarbeiten.

 

Beispiel:  Irena Sendler - Kämpferin für Menschenrechte - als pdf